Monty Python's Fliegender Zirkus
Folge 1

Eine Niederschrift von Jan Krcmar
(a9704851@unet.univie.ac.at)







(Vor einem blauen Hintergrund sitzt eine deutsche Ferneshprecherin.)

Sprecherin

Guten Abend, meine Damen und Herren.Sehen Sie nun eine Sendung, geschrieben von sechs jungen Engl”ndern. Ihr Titel ist "Monty Pythons Fliegender Zirkus".Die englische Monty Python's Show wurde vor zwei Jahren zum ersten Mal in der BBC gezeigt.

(In diesem Augenblick kippt die Hintergrundwand nach hinten um, und gibt den Blick auf eine bayrische Gebirgsszene mit See im Vordergrund frei, vor der die Sprecherin sitzt, die ungest–rt weiterredet.)

Seitdem haben die jungen Leute f¸nfundzwanzig Shows f¸r das englische Fernsehen gemacht. Was Sie heute abend sehen, wurde speziell f¸r das deutsche und das –sterreichische Fernsehen geschrieben, gefilmt und produziert.

(W”hrend des letzten Satzes sind zwei Froschm”nner aus dem kleinen See aufgetaucht und kommen nun auf die Kamera zu. Die Sprecherin redet noch immer unbek¸mmert weiter.)

Es ist das erste Mal, daþ ein englisches Team eine Show extra f¸r das deutsche und das –sterreichische Fernssehen gemacht hat. Sie wird f¸nfundvierzig Minuten dauern und wurde in Farbe gefilmt, in den Studios der Bavaria in M¸nchen.

(Die Froschm”nner sind nun bei der Sprecherin angelangt und tragen sie nach hinten weg auf den Teich zu, w”hrend sie noch immer weiterredet, als w¸rde nichts geschehen.)

Die jungen Leute, die die Show geschrieben haben, leben in London, ihr Durchschnittsalter ist 27 Jahre ....

(Ihre Stimme wird leiser, je mehr sie sich von der Kamera entfernt. W”hrend sie immer noch weiterredet und in die Kamera schaut, tragen sie die Froschm”nner zum Teich und im Ende auch hinein.)

(Schnitt zu einer Animation: eine Hand h”lt ein Photo, dasdie Sprecherin beim Untertauchen zeigt. Dann sieht man zwei Frauen, die das Photo abwechselnd betrachten und "oh!" und "ah!" rufen. )

Erste Frau
Ooh! Mmm. Uh!

Zweite Frau
Uuuh, Ah, Mmm, Nng!

(Im Hintergrund –ffnet sich eine T¸r und ein Dirigent betritt den Raum. Er geht bis nach vorne zu den zwei Frauen.)

Dirigent
Und jetzt etwas ganz anderes.

(Womit er zwei Becken aneinanderschl”gt, die K–pfe der Frauen dazwischen.)

Opening Titles


(Man sieht einen L”ufer (Eric) mit der Olympischen Fackel auf einer Straþe laufen. Darunter eingeblendet: Live aus Athen. Als der L”ufer die Straþe ¸berqueren will, wird er von einem Auto angefahren. Sofortiger Schnitt zum ber¸hmten Selbstportraits Albrecht D¸rers, zu dem eine Stimme folgendes kundtut:)

Sprecher
Albrecht D¸rer - geboren 1471 gestoren 1530. Der N¸rnberger Maler, der ganz Europa faszinierte mit seiner Meisterschaft in Linienf¸hrung und Plastizit”t, sowie seiner Leihwagenfirma...

(In diesem Augenblick ert–nt ein schrilles Alarmger”usch, und ein Programmbeauftragter erscheint, der an einem Schreibtisch sitzt.)

Programmbeauftragter John):
Wir bitten Sie, die Ungenauigkeiten, die sich in dieses D¸rer- Portrait eingeschlichen haben, zu entschuldigen. D¸rer hat nie eine Leihwagenfirma betrieben. Wir danken f¸r ihr Verst”ndnis.

(Schnitt zu einem D¸rer-Gem”lde N¸rnbergs, darunter eingeblendet: N¸rnberg 1500)

Sprecher
N¸rnberg, die Heimatstadt D¸rers. Ihren Einfluþ kann keines seiner Werke verleugnen. Portaits, (man sieht zwei Portraits) Landschaften Landschaftsbilder), subtile Naturmotive (Pferd, D¸rer-Nashorn), soziale Themen (ebendiese), religi–se Themen (...); stets schimmert durch D¸rers Werk sein ausgepr”gter Sinn f¸r das Groteske. Um mehr ¸ber D¸rer zu erfahren, ¸ber den Menschen D¸rer - im Gegensatz zu dem Insekt D¸rer -

(Schriller Ton - Programmbeauftragter)

Programmbeaufrtagter
Paþ ja auf!

(Schnitt zur¸ck zu den Portraits.)

Sprecher:
Um herauszufinden, was in diesem groþen Renessaincek¸nstler vor sich ging, sprachen wir mit einem Australier in Sidney.

(Schnitt zu einem Bruce, der gerade Bier trinkt.)

Bruce (Michael)
Ah, hallo. Ich weiþ ¸ber D¸rer genausoviel wie ¸ber das Rektum eines K”ngaruh. Die Hinterbacken eines K”nguruh sind eine stramme, h¸bsche kleine Sache,
verglichen mit den Hinterbacken anderer Beuteltiere.Ich pers–nlich sage ¸brigens lieber Arsch. (Schriller Ton.) Hintern. Arsch. Hintern. Arsch. Arsch. Hintern. Hintern. Arsch. Arsch. Hintern. Hintern. Arsch. Hintern. (Er trinkt einen Schluck.) Ah, Arsch. Hintern. Hintern. Arsch-

(Schriller Ton - Programmbeauftragter)

Programmbeaufrtagter
Bitte entschuldigen Sie diesen v–llig unpassenden Stil, dieses D¸rer-Portaits.Wir fangen noch einmal an, mit einer W¸rdigung seines Lebens und seiner Werke. Gesungen von Anita Eckberg.
(Schnitt zu einer lebensgroþen Pappfigur on Anita Eckberg. Im Hintergrund singt ein Mann.)

S”nger (Terry J.)

Oh Albrecht, Albrecht D¸rer,
Du reitest durch die Lande.
Oh Albrecht, Albrecht D¸rer,
Du Held mit deiner Bande.
Gef¸rchtet von den B–sen,
Geliebt von allen Guten, Gu-uten,
Oh D¸rer, Albrecht du!
Oh Albrecht, Albrecht D¸rer-

(Schnitt zu )

Programmbeaufrtagter
Wir m–chten uns f¸r dieses Lied entschuldigen. Es wird nicht von Frau Eckberg gesungen, sondern von einem Mann, der hinter Frau Eckberg hockt. Schnitt zur¸ck. Zwei B¸hnenarbeiter tragen die Pappfigur weg, und man sieht, daþ tats”chlich ein Mann hinter Frau Eckberg hockt.

S”nger
... geliebt von allen Guten, Gu-ten,
Oh D¸rer, Albrecht du!
Oh Albrecht, Albrecht D¸rer,
Du reitest durch die Lande.

(Er bemerkt, daþ die Figur weg ist, und geht hockend von der B¸hne ab, leise singend.)

Oh Albrecht, Albrecht D¸rer,
Du Held mit deiner Bande.
Gef¸rchtet von den B–sen,

(D¸rer-Portrait.)
Sprecher
Die Sendung ¸ber Albrecht D¸rer, die eigens zur Feier seines 500. Geburtstages zusammengestellt wurde, muþte unterbrochen werden. An dieser Stelle senden wir zum vierten Mal den "Kaufmann von Venedig".

(Schnitt zur einer venezianischen Flagge. Dar¸ber eingeblendet:)

DER
KAUFMANN
VON
VENEDIG

Danach:

VON
WILLIAM
SHAKESPEARE

Danach:

ES SPIELT DIE HERDE
DES ENZIAN-HOFES
VON
BAD ISCHL

(Eine Kuh auf der Weide.)

Kuh 1
Muuuh. Untertitel: Wie ... Antonio hier?

Kuh 2
Muuuuuuuh. Untertitel: Bereit - zu diensten Euer Gnaden.

Kuh 1
Muh. Untertitel: Geht. Ruft den Juden Shylock herbei.

Kuh 2
Muuuuh. Untertitel: Er kommt, mein Herr.

Kuh 3
Muuuuuuuuh. Untertitel: Mein Recht verlange ich! Die Buþe und Verpf”ndung meines Scheins.

(Women's Institute Applaus. Schnitt zum olympischen Fackeltr”ger, der gerade bandagiert und mit einer Kr¸cke durch M¸nchen humpelt. Er l”uft unter einem Ger¸st vorbei und verbrennt die darauf arbeitenden M”nner. Er fragt dann eine alte Frau (Graham) nach dem Weg, ohne ihren Sonnenschirm in Brand zu setzen, bevor er davonhumpelt.)

(Schnitt zu Animationen: Explosionen im Himmel, ein Ballon steigt auf, mit der Aufschrift:

UND
JETZ...

Explosion. Eine nackte Frau springt ins Bild, sie h”lt ein Schild mit der Aufschrift:
Ein Wort von einem Franzosen


(Schnitt zu einem englischen Stockbroker:)

Stockbroker (Terry J.)
I've been a Frenchman all my life. And I have only once been to the lavatory. Untertitel: Mein ganzes Leben lang war ich Franzose. Und ich war nur einmal auf dem Klo.

(Women's Institute Applaus. Schnitt zu einem franz–sischen Arzt.)

Arzt (Michael)
Yes, I can vouch for this. I have papers here to show, that he is a frenchman and this certificate here, which sais, that he has not been to the toilet depuis cinq annes. He has not been to the toilet for five years. Untertitel: Als sein medizinischer Berater habe ich den Krankenbericht bei mir, um zu beweisen, daþ er Franzose ist und dies Zertifikat besagt: er war "depuis cinq ans" nicht auf der Toilette. Er war seit f¸nf Jahren nicht auf der Toilette.

Franz–sischer Priester (Graham) Yes, it is true. He has not been to the toilet for five years. Untertitel: Ja,es stimmt, er war seit f¸nf Jahren nicht mehr auf der Toilette.

Richter (John)
Redet Franz–sisch, dazu folgende Untertitel: Als Richter kann ich best”tigen, daþ dieser Mann seit f¸nf Jahren nicht auf der Toilette war.

Charles De Gaulle
Redet Franz–sisch, dazu folgende Untertitel: F¸nf Jahre ist es her seit er das letztemal auf der Toilette war.

Mosche Dayan
Truly, mothers, he has not been for five years already. Untertitel: Wahrhaftig, M¸tter! F¸nf Jahre war er nicht.

Willi Brandt
Als Kanzler der Bundesrepublik Deutschland stehe ich nachwievor mit allem Nachdruck hinter der Bedeutung, daþ f¸nf Jahre ins Land gegangen sind, seit er das letzte Mal auf der Toilette war.

Richard Nixon
We, the american people believe, that he has not been to the men's room for five years. Untertitel: Wir, das amerikanische Volk glauben, daþ er wirklich seit f¸nf Jahren nicht auf der Toilette war.

QE II
In the five years that I have known him, he has not once been to the toilet. Untertitel: In den f¸nf Jahren, die ich ihn kenne, war er nicht auf der Toilette.

Menschenmassen
Five years? Untertitel: F¸nf Jahre?

QE II
Yes, five years. Untertitel: Ja! F¸nf Jahre.

(Schnitt zu einem Arzt in der Praxis. Darunter eingeblendet: Ein ber¸hmter Berliner Spezialist.)

Arzt (Graham)
Ja, er war wirklich seit f¸nf Jahren nicht auf der Toilette. F¸nf gl¸ckselige Jahre, die wir zusammen gl¸cklich waren.

(Schnitt zu einer Alm, auf welcher der Arzt und der "Franzose" Arm in Arm herumhopsen.)

Tag f¸r Tag gab es so viele aufregende Dinge zu tun, aber ich wuþte es konnte nicht f¸r immer sein. (W”hrenddessen Bilder des Arztes, wie er den Patienten auf der Alm untersucht, Reflexe testet, etc.) Es war unnat¸rlich, daþ Doktor und Patient ein solches gemeinsames Gl¸ck empfanden. Schon bald f¸hlte ich den Drang meiner eigentlichen Bestimmung, die mir das Signal zur Umkehr gab. Ich wuþte, es w¸rde ihm wehtun, aber es gab keinen anderen Weg.Ich bin ein geborener Arzt und ich will immer ein Arzt bleiben.

(Sie hopsen nun wieder, doch der Arzt dreht sich um und man sieht andere Ÿrzte, die am Fuþ der Alm herumlafen, zu denen er nun l”uft.)

Unser Gl¸ck war eine Illusion, aus der wir erwachen muþten.

(Ein Bauer kommt mit einem Sch”ferhund zu den Ÿrzten und treibt sie in ein Gehege. Dann sieht man den Bauer auf einem Traktor, die Ÿrzte hinten augeladen.)

Bauer (Eric)
Ich z¸chte jetzt schon seit zehn Jahren Ÿrzte. Ich besitze eine prima Herde von Geburtshelfern und kurzhohen Gyn”kologen. Ihre Milchleistung ist nicht gerade ¸berw”ltigend, aber -

(Nun kommt der Fernsehmacher ins Bild.)

Fernsehmacher
Verzeihen Sie, daþ ich unterbreche. Ich freue mich ihnen sagen zu k–nnen,daþ wir jetzt zum D¸rer-Portrait zur¸ckkehren, daþ wir vor einiger Zeit unterbrechen muþten. Es wurden einige Ÿnderungen vorgenommen und gewiþe Leute entlassen. Meine Damen und Herren, sehen Sie jetzt noch einmal: Albrecht D¸rer - Sein Leben und seine Zeit.

(Schnitt zum D¸rer Portrait. Eingeblendet: Albrecht D¸rer. Sein Leben und seine Zeit. 1471-1530)

Sprecher
Albrecht D¸rer - geboren 1471 gestoren 1530. Der N¸rnberger Maler, der ganz Europa faszinierte mit seiner Meisterschaft in Linienf¸hrung und Plastizit”t. (Bild von N¸rnberg. Eingeblendet: Nurnberg 1500) N¸rnberg, die Heimatstadt D¸rers. Ihren Einfluþ kann keines seiner Werke verleugnen. Portraits (Portait eines alten Mannes.Danach ein anderes. Ein seltsames Ger”usch ist zu h–ren, und das Ohr des portaitierten Mannes bricht ab.) Landschaften. (Landschaft mit Burg. Eine animierte Kanone erscheint und feuert eine Kugel ab, die im n”chsten Bild eine Burg trifft und ein St¸ck des Bildes wegreiþt.) Subtile Naturmotive. (Pferd, das pl–tzlich in der Mitte eintzweif”llt. Dann das Rhinoerus, das zu springen beginnt, und schlieþlich aus dem Bild h¸pft...) Soziale Themen. (... um dann im n”chsten Bild in einen Kreis aus T”nzern springt, wobei einer der T”nzer aus dem Bild geworfen wird, und im n”chsten Bild zwischen nackte, badende Frauen f”llt.)

(Schriller Ton, Fernsehmacher eilt ins Bild zu Tisch.)

Fernsehmacher
Ah, verzeihung, ich habe gerade geh–rt, was geschehen ist, ich kann nur sagen: es tut mir leid. Ich habe diesmal nicht zugesehen, ich war in der Kantine und aþ gerade eine Semmel, als mir jemand berichtete. Ich bitte Sie ehrlich um Entschuldigung. Ich glaube ich m¸þte jetzt aufh–ren, aber, sehen Sie, wissen Sie was, ich habe ja nicht gesehen, was los war, deshalb hoffe ich, daþ es ein Versehen war, das uns in der besten Absicht passiert ist. Wollen wir hoffen, daþ wir jetzt warscheinlich zur¸ckkehren k–nnen zu: Albrecht D¸rer, sein Leben und seine Zeit.

(Zur¸ck zu den Gem”lden.)

Sprecher
Religi–se Themen. (Maria mit dem Jesukinde, dar¸ber zwei Engel, die pl–tzlich auf Maria fallen, die den Kopf des kleinen Heilandes wegwirft, der im n”chsten Bild den erwachsenen Messias beim letzten Abendmahl vom Stuhl wirft.)

(Schriller Ton.)

Fernsehmacher (w¸tend)
Das reicht!! Aufh–ren!!! Ich habe mich geirrt, ich h”tte es fr¸her stoppen lassen sollen, bitte vielmals um Entschuldigung. Zur¸ck zum Programm.

(Zur¸ck zum Bauern.)

Bauer
... und kurzhohen Gyn”kologen. Ihre Milchleistung ist nicht gerade berw”ltigend-

D¸rer
Wir bitten Sie, die Unterbrechung zu entschuldigen.

Bauer
...ihre St”lle sind viel leichter auszumisten und bei ihnen d¸rfen die K¸he l”nger im Krankenhaus bleiben.

()K¸he in Ÿrztekitteln und mit Stethoskopen vor einem Spital.)

Kuh 1
Muuuuh. Untertitel: Ohne jeden Zweifel ein Herzklappenfehler. Wir m¸ssen auf der Stelle operieren.

Kuh 2
Muuuuh. Untertitel: Wie wahr, komm Antonio.

(Applaus, ein fallender Vorhang. Eingeblendet:)

DER
KAUFMANN
VON
VENEDIG
Ende des 1. Akts

(Applaudierendes Publikum, dann ein Kritiker in einer Loge.)

Kritiker (Eric)
Es bereitet stets einen Genuþ, mit einer neuen Shakespeare Interpretation konfrontiert zu werden, aber selten hat man eine solch vollkommene und erfrischend originelle Auff¸hrung miterlebt, wie diese Inszinierung der K¸he von Bad Ischl. Der Kaufmann von Venedig war von jeher f¸r Tiere ein h–chst diffiziles St¸ck. Ich entsinne mich, wie sich vor drei Jahren ein paar H¸hner aus Kaiserslautern daran gemacht haben, und j”mmerlich scheiterten. Aber diese K¸he alle Fallen umgangen, in die die H¸hner hineingetreten waren. Sie haben auf einen Metzger vertichtet, sie haben nicht versucht aus dem St¸ck eine Allegorie auf Eier zu machen und sie laufen nicht dauernd von der B¸hne. Ich bin entz¸ckt. Ich kann es kaum erwarten, die K¸he n”chste Woche in Bayreuth zu erleben, wo sie versuchen werden, Wagner in den Griff zu bekommen.

(Schnitt zu einem d¸steren Schloþ, aus dem ein Vampir tritt.)

Vampir (Graham)
Meine Damen und Herren. Sehen Sie nun den Kaufmann von Venedig, in der Version der Ÿrzte.

(Eine B¸hne, auf der zwei Ÿrzte stehen.)

Erster Arzt (Graham)
Edler Antonio, wie ist das Befinden?

Zweiter Arzt (ein Deutscher)
Ich leide an sekund”ren Unterleibsquetschungen und an einer Infektion des Nahrungstraktes ...

(Der Fernsehmacher streckt seinen Kopf ins Bild.)

Fernsehmacher
Liebe Zuschauer, falls Sie Ihren Apparat in der Hoffnung eingeschaltet haben, die Sendung "Albrecht D¸rer, sein Leben und seine Zeit" zu sehen, muþ ich Sie leider entt”uschen. Es wurden zwar zwei Versuche gemacht, diese Sendung zu zeigen, aber sie muþte leider aufgegeben werden. Auf weitere Versuche wird verzichtet.

Zweiter Arzt
...und doch eine Perforation der Luftr–hren”ste k–nnte zu einer Lungenentz¸ndung f¸hren, aber das wollen wir verhindern, deswegen m¸ssem wir den Blutdruck messen-

(Schnitt zu einem animierten Mann, der neben der B¸hne steht. Er geht auf die B¸hne, man h–rt Sch¸þe und Schreie, dann kommt der Mann zur¸ck und geht hinaus, ¸ber einen H¸gel zu einem Plakat, auf dem eine junge Frau abgebildet ist. Der Mann blickt sich um nd –ffnet dann als Exhibitionist seinen Mantel und grunzt. Er geht weiter, zu zwei Plakaten, links ein Mann, rechts eine Frau. Er sieht sich den Mann an, geht dann zum Plakat der Frau weiter, und wiederholt seine vorherigen Aktivit”ten. In diesem Moment kommt eine alte Frau, die dem Mann zusieht, und dann dasselbe macht, vor dem Plakat, auf dem ein Mann abgebildet ist. Der Mann is verwundert, und als die Frau ihren Mantel –ffnet, w”chst sein Hals, und er schaut ihr in den ge–ffneten Mantel. Ðber seinem Kopf entspringt ein groþes Herz. Danach –ffnet er seinen Mantel, damit die Frau unter seinen Mantel blicken kann, wonach ein Herz ¸ber der Frau w”chst. Die beiden Herzen vereinen sich zu romatischer Musik, der Mann und die Frau –ffnen und schlieþen ihre M”ntel, schneller und schneller und flattern dann in die L¸ft davon, vor die Sonne. Einblendung:

ENDE

Die Sonne –ffnet sich als T¸r und eine Frau zerschl”gt mit einem Besen die Aufschrift.

Frau
Hau ab, hau ab, raus!!! Und sie, mit der Trickkamera, hau ab, hau ab!!

(Sie geht in die Sonne zur¸ck.)

Dicker, drauþen ist ein Mann mit einer Trickkamera, und er will mich begehren!

Dicker
Wirklich nicht?

(Er kommt mit einem Gewehr aus der Sonne.)+

Hau ab!

(Er zielt auf die Kamera und schieþt, worauf man einen Schrei h–rt. Das Bild verschwimmt und der Seher "hinunterf”llt, bis das Bild vor den F¸þen eines Anhalters (Terry J.) stehen bleibt, der vergeblich versucht, Autos anzuhalten, als der Marathonl”ufer vorbeikommt und ihn auffordert aufzuspringen, was dieser auchg tut und der Marathonl”ufer humpelt weiter. Die Kamera zeigt einen Wald.)

Sprecher
Es war einmal ein dunkler, dunkler Wald. In diesem Wald stand ein kleines Haus undin diesem Haus lebten ein einfacher Holzf”ller (Graham) und seine Frau (Eric) und ihre wundersch–ne Tochter, Rotk”ppchen (John).

(Die Eltern versuchen sehr ungeschickt ein St¸ck Holz zu zers”gen. Rotk”ppchen zerkleinert Ÿste mit den bloþen H”nden, ”chzt, wischt dich den Schweiþ von der Stirn...)

Mitten in diesem dunklen Wald lebte ein b–ser Wolf

(Man sieht einen Dackel mit einem Wolfsfell im Wald. Dazu bedrohliche Musik, als jemand den Dackel zurechtr¸ckt.)

Eines Tages nun machte sich Rotk”ppchen auf den Weg, um ihrer alten Groþmutter, die tief im Wald lebte, ein paar Sachen zu bringen.

(Rotk”ppchen geht durch den Wald, tritt kleine Ba¸me um und friþt ein H¸hnchen)

Der b–se Wolf sah Rotk”ppchen und dachte: "Sie sieht zum Anbeiþen aus!"

(Der Dackel ist im Bild, l”uft davon und wird wieder ins Bild zur¸ckgestellt.)

"Wohin des Wegs, meine Sch–ne?" - "Oh lieber Herr, zu meiner Groþmutter!" - "Hahaha!", schmunzelte da der Wolf und fegte durch den Wald zum Haus der Groþmutter.

(Man sieht eine Blockh¸tte, dann den Dackel an einer Leine, wie er auf eine T¸t zugezogen wird.)

Klopf, Klopf, machte der b–se Wolf, die T¸r –ffnete sich, aber es war nicht Groþmutter die sie –ffnete ,es war Buzz Aldrin, Amerikas Weltraumfahrer Nummer Zwei.

(Ein Astronaut tritt aus dem Haus und winkt, Applaus.)

Denn es war keineswegs Groþmutters kleines Haus, sondern das Hauptquartier der Nasa, der Amerikanischen Weltraumuntersuchungsagentur.

(Aldrin rammt eine US-Flagge in die Wiese und salutiert.)

Der b–se Wolf wurde von Sicherheitsbeamten erschossen.
(Man sieht den Dackel, wie er in das Haus gezogen wird, die T¸r schlieþt sich und man h–rt Sch¸sse. Aldrin steht noch immer neben der Fahne und salutiert, die US-Hymne erklingt und die Kamera f”hrt auf die Fahne zu.)

Das amerikanische Weltraumprogramm konnte weitermachen ohne von W–lfen und anderen Tieren des Waldes bel”stigt zu werden, die nur darauf bedacht sind, das amerikanische Prestige zu zerst–ren und das zu einem Zeitpunkt, da die Entwicklung interplanetarer Kommunikation von entscheidender strategischer wie auch politischer Bedeutung f¸r die freie Welt ist.

(Rotk”ppchen spaziert unterdessen durch den Wald un pfl¸ckt Blumen.)

Inzwischen hatte Rotk”ppchen ihre Arme so voll mit Blumen, daþ sie nicht merkte, wie sich ihr Heinz n”herte, der Unhold aus Stuttgart (welchen (Terry J.)man nun auch sieht). Armer Heinz mit seinen schlechten Augen. Allein an diesem Morgen hatte er sich an siebzehn Kiefern vergriffen. Wie froh war er auf etwas zu stoþen, das sich bewegte!

(Man sieht Heinz, wie er sich Rotk”ppchen auf eine unsittliche Art n”hert, die Kamere schwenkt in den Himmel, und als sie wieder zur¸ckschwenkt sieht man Heinz, am Hals auf einem Baum geh”nkt.)

Armer Heinz. Aber bald schon h–rten die anderen Unholde im Wald von seiner miþlichen Lage und sie kamen von nah und fern, ihn zu befreien.

(Man sieht andere Unholde (Michael, Graham, Eric) kommen.)

Und so war wieder alles ruhig im Wald. Der einfache Holzf”ller und seine Frau verkauften ihre Story dem Spiegel f¸r 40 000 Mark.

(Man sieht die beiden, wie sie den Spiegel lesen, neben einen roten Sportwagen.)

Die NASA willigte ein, die Verwendung chemischer Treibstoffe bei unbemannten Starts von Groþmutters Hausrampe zu begrenzen
(Man sieht die H¸tte nebst Flagge explodieren, die Flagge brennt.)

Und Rotk”ppchen wurde Agent des Bundesnachrichtendienstes verantwortlich f¸r die Vereinigte Republik von Arabien, wo sie in einem Drei-Zimmer Bungalow in El-Akra Distrikt wohnte.

(Zuerst ein landesdes Flugzeug, dann eine arabische Landschaft, dann Rotk”ppchen, wie sie an einem Bungalow vorbeigeht, wo sie ein Araber aufh”lt.)

Araber (Terry J.)
Schmutzige Postkarten?

Rotk”ppchen (desinteressiert)
Nein, danke, nein!

Araber
Schmutzige Socken!

Rotk”ppchen
Nein, danke, nein!

Araber
Schmutzige Unterhosen!

Rotk”ppchen
Nein, nein

Araber
Schmutzige Holzschnitte!

Rotk”ppchen
Nein!

Araber
Schmutzige Kupferstiche!

Rotk”ppchen
Nein!

Araber
Bilder von Albrecht D¸rer!

Rotk”ppchen
Was?

(Der Araber zeigt Rotk”ppchen einige Postkarten. Man sieht das D¸rer-Selbstportrait, auf dem er einen Turban tr”gt. Darunter eingeblendet: Albrecht D¸rer. Sein Leben und seine Zeit. 1471 - 1530)

Sprecher mit arabischem Akzent
Albrecht D¸rer, beboreb 1471, gestorben 1530. (Man sieht das Bild einer arabischen Stadt, eingeblendet: Wadi-El-Misbih) Wadi-El-Misbih, die Heimatstadt D¸rers. Ihren Einfluþ kann keines seiner Werke verleugnen. Portraits (Man sieht die zwei vorher gezeigten Portaits, beide M”nner sind nun Araber.) Landschaften. (Eine Lanschaft mit einer Pyramide im Hintergrund. Eine eurp”ische Burg mit arabischen T¸rmen.) Naturmotive. (Man sieht ein vorheriges Bild, auf dem statt eines Pferdes ein Kamel abgebildet ist. Das Nashorn tr”gt einen Turban und eine Sonnenbrille.) Alle sehr sauber, alle sehr billig.

Rotk”ppchen
Nein, danke!

(W”hrenddessen humpelt der Marathonl”ufer eine Landstraþe hinunter, mit dem Anhalter am R¸cken, der sich auf dem Olympischen Feuer ein Spiegelei br”t. Er sitzt ab und ¸berreicht das Ei dem L”ufer, der weiterhumpelt, der Anhalter macht sich hingegen daran, sich ein Zelt aufzubauen: er packt aus einem Rucksack allerlei Planen, Seile, Haken, etc. aus, und h”mmert dann die Haken in den Boden und vertaut die Seile dazwischen. Dann sieht man ihn, wie er auf sein fertiges Werk blick - den Chinesischen Turm, von dem, wie bei einem Zelt, Seile h”ngen.)

(Schnitt zu einer Aufnahme wehender internationaler Flaggen, dar¸ber die Olympischen Ringe eingeblendet, und die Aufschrift: MÐNCHEN 1972)

Sprecher
Guten Tag, liebe Sportsfreunde.Wir melden uns hier an diesem herrlichen Vormittag von der 27. Bl–delolympiade. Und zu Beginn gleich der H–hepunkt des heutigen Tages, der 100-Meter Lauf der M”nner ohne Orientierungssinn.

(Man sieht beim Aufw”rmen..)

Starter
Auf die Pl”tze!

(Die L”ufer nehmen Aufstellung.)

Sprecher
Achten Sie vor allem auf die Innenbahn, auf Stik Olafson, den schwedischen Bl–delmedailliengewinner.

Starter
Fertig!

(Als er den Startschuþ abfeuert, laufen sie in alle M–glichen Richtungen davon. Man sieht nun ein anderes Rennen beginnen, die L”ufer stehen am Start.)

Sprecher
Und das ist bereits das n”chste Finale: die 5000 Meter der M”nner, die nicht h–ren k–nnen.

Starter (Terry J.)
Auf die Pl”tze! Fertig!

(Er schieþt, doch nichts geschieht. Schnitt in eine Schwimmhalle, wo gerade ein Bewerb beginnt.)

Sprecher
Wir kommen gerade noch rechtzeitig zum Start des 2000 m Brust der Nichtschwimmer.

(Die Schwimmer machen sich bereit.)

Starter
Auf die Pl”tze! Fertig!

(Er pfeift, die Schwimmer springen in um–glichen Haltungen ins Wasser und tauchen nicht mehr auf.)

Sprecher
Wir werden noch einmal hierher zur¸ckkehren, wenn die Leichen herausgefischt werden. Bis dahin noch ein kurzer Blick zum Start des Marathonlaufs der M”nner mit Sextanerblase.

(Schnitt zu einer Gruppe von L”ufern, die sich gerade bereitmachen zu starten.)

Dieses Jahr gab es enorm viele Meldungen. 44 Athleten aus 29 Nationen, alle mit einer ungeheuer schwachen Blase, bereit f¸r das l”ngste Rennen der Welt, und sie brennen f–rmlich darauf, daþ es losgeht.

Starter
Auf die Pl”tze, fertig!

(Er schieþt, und die L”ufer rennen los, allerdings biegen sie sofort auf ein nahes WC ein. Schnitt zur Rennbahn.)

Sprecher
Zweiter Startversuch der M”nner, die nicht h–ren k–nnen.

Starter (schreiend)
Auf die Pl”””tze! Feeertig!
Er schieþt mehrmals, doch die L”ufer reagieren nicht. Schnitt zu einer Frau, die auf die Kamera zul”uft.)

Sprecher
Wir sehen den deutschen Hochsprungmeister bei seinem ersten Versuch.

(Sie springt, und man sieht, wie eine Puppe - r¸ckw”rts abgespielt - in ein Schloþfenster "springt". Schnitt zu einer H¸rde auf der Rennbahn, um die mehrere gackernde L”ufer in H¸hnerhaltung herumhopsen, sich aber kaum fortbewegen. )

Hier, beim 3000m Hindernislauf f¸r M”nner, die glauben, sie seien H¸hner, sind noch vier Runden zu laufen. Bis jetzt war es ein langsames Rennen. Wir sind jetzt am dritten Tag, und wir erwarten das Ergebnis in etwa f¸nf Wochen. Leider gab es einige Zwischenf”lle. Der kanadische Meister Abe Seagull hatte das Pech, hinter der ersten H¸rde ein paar K–rner zu entdecken, und seit dem picken sie dort alle wie wild. Die britische Hofnung Martin Anton hat sich vom Start weg vom Feld gel–st. Er hat sich nun hier an dieser H¸rde niedergelassen.(Der L”ufer hockt auf einer H¸rde, daneben f¸nf Eier. Schnitt zu den Geh–rlosen.)
Der Starter des 5000m Laufes hat es inzwischen mit MG, M–rser und Kanone probiert, aber nichts konnte die L”ufer bewegen. Jetzt wird er es ihnen zeigen.

(Der Starter nimmt ein Schild, stellt sich vor den L”ufern auf die Rennbahn, und hebt das Schild hoch. Die L”ufer blicken erkennend auf, rennen los, ihgn ihn ¸ber. Schnitt zum Marathon.)

Die Marathonl”ufer mit Sextanerblase haben inzwischen das Stadion verlassen. Es f¸hrt Ian MacNaughton, nein: Felipe Gonzales, nein: Ferencz Kozis, nein: Ken Dope, nein Georgi Vassilarenski, nein: Michael Bittins, nein, Heinz Sch–ttler...

(Sie laufen an einem Wald vorbei, und laufen alle paar Sekunden von der Straþe und in die B¸sche.) Wir m¸ssen diesen Bewerb jetzt verlassen, denn es ist Zeit f¸r das Finale des wohl spannendsten Laufes dieses Nachmittags: die 1500m f¸r M”nner und M¸tter.

(Schnitt ins Stadion, wo auf einer Rennbahn L”ufer verzweifelt versuchen, mit ihren M¸ttern vorw”rtszukommen.)

Wir befinden uns hier beim Einlauf in die letzten 200m. Der amtierende Meister Horst Lungen und seine Mutter haben den Anschluþ an das Feld verloren. Sie muþte unbedingt noch etwas Sp¸lmittel kaufen. An der Spitze Mario Pirelli und seine Mutter. Sie hat sich von ihren Schuhen getrennt, denn ihre F¸þe brannten wie Feuer. (Eine Hammerwerferkugel f”llt auf die Rennbahn.) Oh! das kam von der anderen Seite des Stadions.

(Schnitt zu einem Hammerwerfer, der gerade wirft.)

Letzter Wurf des Russen Piotr Suslow beim Hammerwerfen nach Amerika.

(Er wirft, und man sieht die Kugel am Boden auftreffen, als sich die Kamera entfernt, sieht man, daþ die Kugel in einer Wildweststadt aufgekommen ist, wo Cowboys herumlungern, und eine Dame gerade die Straþe,wo eine andere Kugel aufkommt, ¸berquert und in einem Saloon geht, aus dem .... Albrecht D¸rer (Eric) tritt und wie auf dem Selbstportrait in die Kamera blickt.)

Albrecht D¸rer, geboren 1471, gestorben 1530. Der N¸rnberger Viehtreiber und Hilfssheriff von Dodge City-

(Schriller Ton, Programmplaner.)

Programmplaner
Aufh–ren! Ich habe schon gesagt, daþ kein weiteren Versuch mehr gemacht wird, das Leben und die Zeit von Albrecht D¸rer zu zeigen. Davon haben wir Abstand genommen. Wir wollen lieber h¸bsche Unterhaltung. Ein Ratespiel zum Beispiel.

(Schnitt zur¸ck in die Westernkulisse, wo, an einem Tisch ein Showmaster (John) und ein Gast (Michael) sitzen.)

Showmaster
Guten Abend. Wir begr¸þen Sie zu unserer Sendung "Gut gesagt ist halb gewonnen!"-

Fernsehmacher
Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, vergessen Sie diese Westernszene!

(Zur¸ck zur Szene, wo ein Techniker ins Bild l”uft.)

Techniker
Dies hier ist ein schlechtes Zeichen f¸r einen Anfang. (Er zeigt auf ein Haus, auf dem SEX SHOP steht.) Machen Sie es im Studio.

(Pl–tzlich sind alle in einem Studio, vor einer Aufschrift GUT GESAGT IST HALB GEWONNEN.)
So, das ist besser.
(Die Titelmusik beginnt wieder.)

Showmaster
Guten Abend und herzlich willkommen zu unserer Sendung "Gut gesagt ist halb gewonnen".
(Die Musik erstummt, und der Techniker l”uft ins Bild, um ein Wagenrad, das im Hintergrund steht, zu entfernen.) Der erste Kan- (bemerkt es)

Techniker Lassen Sie sich nicht st–ren! (Das Musikband wird zur¸ckgespult, und alles beginnt noch einmal.)

Showmaster
Guten Abend und herzlich willkommen zu unserer Sendung "Gut gesagt ist halb gewonnen". Der erste Gast des heutigen Abends ist Herr Schulz. Er behauptet, daþ er s”mtliche Werke Shakespeares geschrieben hat.

Schulz
Das ist richtig, ich schrieb all seine Theaterst¸cke und in Zusammenarbeit mit meiner Frau auch seine Sonette.

Showmaster
Herr Schulz, man weiþ doch, daþ diese Theaterst¸cke schon zu Beginn des 17. Jh aufgef¸hrt wurden. Wie alt sind Sie, Herr Schulz?

Schulz
Dreiundvierzig.

Showmaster
Wie ist es dann m–glich, daþ Sie St¸cke geschrieben haben, die ¸ber 300 Jahre vor Ihrer Geburt gespielt wurden?

Schulz (nachdenklich)
Das ist in der Tat der einzig schwache Punkt in meiner Argumentation.

Showmaster
Aha.

Schulz
Ich f¸rchte ich kann diesem Argument nichts entgegenhalten.Ich hatte mir erhofft, daþ Sie auf diesen einen Punkt nicht eingehen w¸rden, aber ich sehe, Sie sind mir mehr ausgewachsen.

Showmaster
Herr Schulz, vielen Dank, daþ Sie mitgemacht haben.

Schulz
Es hat mit viel Spaþ gemacht.

Showmaster
Der n”chste Kandidat ist Herr Hase, der f¸r sich in Anspruch nimmt, das Taj Mahal erbaut zu haben. (Neben ihm Herr Hase, mit einer indischen Kopfbedeckung.)

Hase Terry J.)
Ah, nein! Nein!

Showmaster
Wie bitte?

Hase
Nein, nein!

Showmaster (verwundert)
Ich dachte, Sie h”tten behauptet, das...

Hase
Ja, es stimmt, aber ich weiþ jetzt, daþ ich neben Ihnen keine Minute bestehen w¸rde.

Showmaster
Der n”chste Kandidat...

Hase
Ich hatte Recht!

Showmaster
...ist Frau Munz aus Peterburg. Sie behauptet - was behaupten Sie eigentlich?

Frau Munz (Graham)
Daþ ich einen Tunnel durch einen Elefanten graben kann.

Showmaster
Sie haben Ihre Behauptung ge”ndert, oder? Wie Sie wissen, haben wir hier keine
Elefanten.

Munz
Tats”chlich? Oh, Schade!

Showmaster
Ich lasse mich nicht auf den Arm nehmen, In Ihrem Brief haben Sie unmiþverst”ndlich behauptet, daþ Sie sich von Hohenschwanberger Schloþ werfen und dann begraben lassen wollen. (Zeigt auf einen Brief.)

Munz
Stimmt nicht! Sie k–nnen ja meine Handschrift nicht lesen!

Showmaster
Das hier ist getippt!

Munz
Hier steht Elefant!

Showmaster (w¸tend)
Das hier ist eine Unterhaltungssendung, Frau Munz, und ich bin nicht gewillt, hier zu sitzen und mit Ihnen zu diskutieren!

(Man sieht wie Frau Munz aus einem Schloþ geworfen wird.)

Munz
AAAAAAAHHHHHHHH!
Man sieht nun den Showmaster vor einer Beerdigung.)

Showmaster
Beifall f¸r Frau Munz!

(Applaus. Schnitt zur¸ck ins Studio. Die Show ist vorr¸ber, und die Kulisse wird abgebaut. Herr Schulz kommt und tritt zum Showmaster.)

Schulz
Verzeihung!

Showmaster
Wie bitte?

Schulz
Ich bin Katherina die Groþe!

Showmaster
Die Sendung ist beendet.

Schulz
Ich kann mit einem Eierl–ffel Flederm”use t–ten!

Showmaster
Tut mir leid.

Schulz
Gut. Dann behaupte ich, daþ ich nur den ersten Akt von Hamlet, und nicht den Rest geschrieben habe!

Showmaster
Verschwinden Sie!

Schulz
Wie bitte?

Showmaster
Ich sagte, verschwinden Sie, Sie uninteressante Person, Sie!

Schulz
Sie m¸ssen wissen: ich wollte gar nicht bei ihrem bl–den Spiel dabeisein!

Showmaster
Ach, nein?

Schulz Nein! Ich wollte ... ein Holzf”ller sein! (Er setzt die Brille ab, und reiþt sein Hemd auf, unter dem er ein Trachtenhemd tr”gt. Schnitt zu ihm im Wald, nun v–llig in Lederhosen, etc.)

Schulz
Ja! ein Holzf”ller, der von Baum zu Baum h¸pft, die auf den m”chtigen Wassern von S¸dtirol hinabschwimmen! Die gigantische Rotbuche! Die Lerche, die Tanne, die kr”ftige Kiefer! (Er geht an einem Schild vorbei, auf dem "Zum Lied" steht. Man h–rt einen M”nnerchor summen.) Der Duft von frischgef”llten Holz! Das Ger”usch der st¸rzenden, m”chtigen B”ume! An meiner Seite mein liebes M”del! (Ebendieses h¸pft ins Bild.) Wir w¸rden singen, singen, singen!


Ich bin ein Holzf”ller und f¸hl mich stark
Ich schlaf des Nachts und hack am Tag

Alle
Er ist ein Holzf”ller und f¸hlt sich stark
Er schl”ft des Nachts und hackt am Tag

Holzf”ller
Ich f”lle B”ume, ich ess mein Brot
Ich geh auf das WC
Am Mittwoch geh ich Shopping
Kau Kekse zum Kaffee

Chor
Er f”llt die B”ume er isst sein Brot
Er geht auf das WC
Am Mittwoch geht er shopping
Kaut Kekse zum Kaffee

Alle
Er ist ein Holzf”ller und f¸hlt sich stark
Er schl”ft des Nachts und hackt am Tag

Holzf”ller
Ich f”lle B”ume und h¸pf und spring
Steck Blumen in die Vas'
Ich schl¸pf' in Fraukenleider
Und l¸mmel mich in Bars

Chot
Er f”llt B”ume, er h¸pft und springt
Steckt Blumen in die Vas'
Er schl¸pft in Fraukenleider
Und l¸mmelt sich in Bars...?

Alle
Er ist ein Holzf”ller und f¸hlt sich stark
Er schl”ft des Nachts und hackt am Tag

Holzf”ller
Ich f”lle B”ume, trag' St–ckelschuh
Und Str¸mpf und Bustenhalter
W”r gern' ein kleines M”dchen
So wie mein Onkel Walter

Chor
Er f”llt die B”ume, tr”gt St–ckelschuh
Und Strumpf und B¸stenhalter...?

(Chor geht schimpfend ab).

M”del (mit Grahams Stimme) Oh Hans, ich dachte du w”rst so m”nnlich!

(Ab. Hans bleibt alleine stehen und wird mit faulen Paradeisern beworfen. Schnitt zu einem Brief.)

Sprecher
Sehr geehrte Herren! Ich protestiere in sch”rfster Form gegen letzten Sketch ¸ber einen Holzf”ller, der Frauenkleider liebt. Ich habe in meinem Leben viele Holzf”ller kennengelernt und nur 70% davon waren Transvestiten. Die Ðbrigen hatten aufrichtige und feste Verh”ltnisse mit Haustieren auf die ¸bliche Art. Ich habe auch ein Gewichtheberpaar gekannt, daþ sich immer am Ostersonntag als K”nguruh verkleidete und auf einem Tramoplin gewagte Ðbungen vorf¸hrte. Wie lange noch wird unsere Gesellschaft solch pseudo-Beuteltierhaftes Benehmen hinnehmen? Hochachtungsvoll, Zollinspektor Heinrich von Salzenfels (Frau).

(Animationen: Ein Schuþ f”llt, der Brief blutet kn¸llt sich zusammen. Ein Soldat kommt ins Bild und posiert neben seinem "Opfer." Ein Photograph springt ins Bild und photographiert die Szene.)

Stimme des Photographen (Michael)
So bleiben! Danke!

(Eine Wand, vor der ein Brautpaar steht.)

Stimme des Photographen
So bleiben! Danke!

(Als das Brautpaar weggeht, sieht man, daþ es vor einem Kulissenwand stand, und daþ der Br”utigam ein Brautkleid tr”gt, und vice versa. Ein Bergdorf mit einer Kirche.)

Stimme des Photographen
So bleiben! Danke!

(Die Kirche bekommt F¸þe und geht davon. Hinter dem Berg erscheint ein preuþischer General, der den Walk¸renritt summt. Dann beginnt er das Bild aufzuessen. Er r¸lpst, und pl–tzlich beginnt er zu l”uten wie ein Wecker. Dann erscheinen Trompeten aus seinen Ohren, die eine Fanfare ert–nen lassen. Ein Alarmton erklingt, dazu blinken die gener”lichen Augen. Seine Haare gehen in die H–he, wie Sprengungsausl–ser. Explosion. Man sieht den Rumpf des Generals, statt dem Kopf eine leuchtende Aufschrift

DAS BAYRISCHES-RESTAURANT STÐCK

Dazu rustikale Musik.)

Man sieht nun ein bayrisches Restaurant, welches von einem amerikanischen Ehepaar betreten wird. Hinzu tritt der Oberkellner in Tracht)

Oberkellner John)
Guten Tag, gn”dige Frau, guten Tag, mein Herr.

Mann Graham)
Wir mochten etwas essen?

Oberkellner
Wunderbar! Tausendmal willkommen in der goldnen Post!

Mann
Man hat uns gesagt ein, dies ein typischer bayrischer Restaurant mit Lokalkolorit?

Oberkellner
In der Tat, mein Herr, dies ist wahrhaftig ein typisch bayrisches Restaurant. Das Essen, der Wein und in erster Linie die Bedienung sind hier traditionell jenseits von Gut und B–se.

Mann
Was heiþt das jenseits von Gut und B–se?

Oberkellner
Es ist wundebar.

Mann
Gut. This is what we're looking for, dear!

Oberkellner
D¸rfen wir Ihnen den Mantel abnehmen?

(Er klatscht und macht einen Luftsprung, Von Ziehharmonikamusik begleitet h¸pfen zwei Kellner die Treppe hinunter, klatschen und nehmen die M”ntel.)

Kellner (Michael, Eric)
Wir nehmen die M”ntel in Bavaria, ja! in Bavaria, wo die Berge aus dem Boden ragen! (ab.)

Frau
Wonderful! Beautiful!

Oberkellner
Ja, wir sind stolz darauf, in Punkto Tradition alle anderen Restaurants in Deutschland in den Schatten zu stellen. Wenn Sie hier bitte Platz nehmen wollen. (Er f¸hrt sie an einen Tisch.) Und jetzt: das Platznehmen der Amerikaner! (Wieder Musik und die Kellner kommen.)

Kellner
Sie nehmen Platz in Bavaria, ja! in Bavaria, wo die B”ume aus Holz sind! (Sie stoþen die Amerikaner etwas unsanft auf die St¸hle, und hopsen fort.)

Mann
Das ist ja fantastisch!

Oberkellner
Es wird sogar noch besser kommen!

Frau
Wonderful!

Oberkellner
Und jetzt das traditionelle Ðberreichen der Speisekarte! (seltsame stepartige Bewegung)

(Unter neuen Ziehharmonikakl”ngen kommen die zwei anderen Kellner, eine S”nfte tragend, in der ein fetter Bayer in Tracht und Schnurrbart sitzt. Er steigt aus, hopst zum Tisch, mit einer Speisekarte in Form eines Holzbrettes.)

Bayer (Terry J.)
Ich pr”sentiere Ihnen jetzt die Speisekarte in Bavaria, ja! in Bavaria, wo die Schafe diesselben Brillen tragen! (Nachdem er den Amerikanern Luftk¸sse geschickt hat, k¸þt er die Speisekarte.)

Guten Appetit! (Er schl”gt den Mann mit der Speisekarte auf den Kopf und die Frau ins Gesicht, wirft die Karte auf den Tisch, bohrt den Amerikanern in der Nase und hopst fort.) Ah, ja, ich habe ihnen die Speisekarte in Bavaria gegeben, ja! in Bavaria und nicht in Venezuela! (Er setzt sich in die s”nfte und wird zu Ziehharmonikamusik fortgetragen.)

Oberkellner
Wie f¸hlen Sie sich?

Mann
Ah, danke, gut!

Oberkellner
Sie haben Sie nicht zu fest geschlagen?

Mann
Ah, nein , nein, nein!

Oberkellner
Es ist nut weil es sehr traditionell ist und ich war ¸berzeugt, daþ Sie alles authentisch haben wollen.

Mann
Oh ja!

Frau
Just wait till we tell them back home.

(Der Oberkellner betr”ufelt die beiden mit Wasser.

Oberkellner
Mahlzeit. Mahlzeit.
(Mit einem Schrei rammt er zwei Messer in die Tischplatte.)

Beide Kellner
Er hat sie feucht gemacht in Bavaria, ja! in Bavaria, und jetzt haben sie Schiþ!

Oberkellner
Und jetzt m¸ssen Sie bestellen.

Mann
K–nnen Sie uns etwas empfehlen?

Oberkellner
Ah, mit Vergn¸gen mein Herr, ja! Als Vorspeise w¸rde ich Suppe · la Clown vorschlagen.

Frau
What is · la clown?

Oberkellner
Rein in den Brei.

Mann
Sehr sch–n!

Oberkellner
Und danach empfehle ich fur Monsieur Garnelen hinters Hemd, in einer
Weiþweinsauce mit Dill?

Mann (nickt)

Oberkellner
Und f¸r Madamme schlage ich dasselbe vor, aber auf den Rock mit etwas Sahne.

Frau (zu Mann)
Cream?

Mann
Yeah.

Frau
Please.

Oberkellner
Und als Hauptgang schlage ich vor, daþ Monsieur aus dem Fenster geworfen wird? Mit ein paar sautierten Kartoffeln?

Mann
Wunderbar!

Frau
And for me?

Oberkellner
Ah, f¸r Sie glaube ich ist es das beste, wenn Sie auf den Tisch gebunden werden
und Ihnen ein Huhn um die Ohren geschlagen wird.

Frau
O.K.

Oberkellner
Und damit alles seine Richtigkeit hat einen Eimer mit eisgek¸hltem Schweinewasser. (Schnippt. Harmonika, und die zwei Kellner bringen die Suppe.) Suppe · la Clown. Guten Appetit (Die Kellner stoþen die Gesichter der Amerikaner in den Teller.) Schnell, die Handt¸cher! (Zwei andere Kellner bringen Handt¸cher und trocknen die beiden sehr rauh ab.) Garnelen! (Die beiden ersten Kellner kommen mit Garnelen). Unters Hemd f¸r Monsieur (geschieht so) und f¸r Madame mit Sahne (Sahne auf den Rock). Schweinewasser (er nimmt zwei Maþ und leert es den beiden auf den Kopf), eiskalt! Und jetzt aus dem Fenster hier (die zweiten Kellner tragen den Mann fort), schnell, schnell, und f¸r Madame die H¸hnerwatschen! (Die ersten Kellner schlagen der Frau ein rohes Huhn ins Gesicht und leeren ihr Ketchup auf den Kopf. Der Mann wird aus dem Fenster geworfen und nach ihm Kartoffeln. Schnitt hinaus vors Restaurant: der Mann liegt im Innenhof, Kartoffeln fallen auf ihn, der Oberkellner kommt.)

Oberkellner
Sie wollten bezahlen, mein Herr?

Schnitt zu einem Schloþ, aus dem ein F¸rst und seine Diener treten, w”hrend eine S”nfte vorgetragen wird. W”hrend man die Titel der Show* sieht schreitet der F¸rst die Stiegen hinab, steigt in die S”nfte, bleibt dort einige Zeit, bis man eine Klosp¸lung vernimmt und der F¸rst aussteigt. Danach f¸hren uns Animationen wieder zur ersten Lanschaft und dem Teich, aus dem die beidem Froschm”nner nun die Moderatorin tragen, die immer noch redet, und an den Tisch setzen.

Moderatorin
Ihre Schuhgr–þe betr”gt im Durchschnitt 39 ein Drittel, 42, 43 ein Drittel, 44 und 48 Zentimeter. Sie begannen Ihre Karriere als Autoren in ihrer Studienzeit in Oxford und Cambridge und haben im Laufe der Jahre an etlichen Fernsehsendungen f¸r das englische Fernsehen mitgearbeitet. Das, was Sie heute abend gesehen haben ist die erste Sendung, die von den Pythons (die Froschm”nner stellen die blaue Hintergrundwand wieder auf) speziell f¸r das deutsche und f¸r das –sterreichische Fernsehen gemacht wurde. Ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Sehen Sie nun Albrecht D¸rer.
_______

* Credits:

MONTY PYTHONS FLIEGENDER ZIRKUS

geschrieben und gespielt von

GRAHAM CHAPMAN
JOHN CLEESE
ERIC IDLE
TERRY JONES
MICHAEL PALIN

Animation:
TERRY GILLIAM

Redaktion:
THOMAS WOITKEWITSCH

Kamera:
JUSTUS PANKAU

Szenenbild:
MAX OTT jun.

Kost¸me:
MONICA ALTMANN-KRIGER

Maske:
HEINZ AUDITOR

Ton:
DOUGLAS HURRENG
HEINZ TERWORTH

Schnitt:
JOHANNES NIKEL

Aufnahmeleitung:
MATIJA BARL
MICHAEL LŸHN

Produktionsleitung:
MICHAEL BITTINS

Produzent:
ALFRED BIOLEK

Regie:
IAN McNAUGHTON

Python (Monty) Pictures Limited 1971


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